Goethe-Zertifikat C1 · Niveau C1

Lektion 13: Literarisches Gespräch — Afro-deutsche Identität

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Cours

Journalistin: Ihr Roman 'Zwischen den Zeilen' wird als Meilenstein der Post-Migrantischen Literatur gefeiert. Fatou, Ihre Protagonistin, kämpft nicht mit ihrer Herkunft, sondern mit der Projektion der anderen. Warum dieser Ansatz?

Autorin: Ich wollte weg vom Pathos der 'Zerrissenheit'. Fatou ist in sich stimmig. Die Welt um sie herum ist es nicht. Sie nutzt Code-Switching nicht aus Not, sondern als ästhetisches Werkzeug. Wie May Ayim es formulierte: Wir sind nicht 'zwischen' den Stühlen, wir bauen uns eigene Räume.

Journalistin: Sie nutzen oft Metaphern der Architektur. Ist Identität für Sie ein Bauwerk?

Autorin: Eher ein Prozess. In einer Szene sitzt Fatou in einem Berliner Café und wird auf Französisch angesprochen, weil sie 'so aussieht'. Diese subtile Exotisierung ist der Kern des modernen Rassismus – er kommt oft mit einem Lächeln daher. Ich wollte zeigen, dass Sprache sowohl Käfig als auch Befreiung sein kann.

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1. Was unterscheidet Fatou von typischen literarischen Migrationsfiguren?

A. Sie hasst ihre afrikanische Herkunft.
B. Sie fühlt sich in sich selbst nicht zerrissen.
C. Sie spricht keine Fremdsprachen.
D. Sie möchte unbedingt Deutsche werden.

2. Was meint die Autorin mit 'Code-Switching' im Kontext von Fatou?

A. Einen technischen Fehler im Computer.
B. Den bewussten und kreativen Wechsel zwischen Sprachen/Kulturen.
C. Das Vergessen der Muttersprache.
D. Die Unfähigkeit, sich zu entscheiden.

3. Welche Referenz nennt die Autorin für ihre Sicht auf Identität?

A. Johann Wolfgang von Goethe.
B. May Ayim.
C. Einen unbekannten Architekten.
D. Ihre Großmutter aus Guinea.

4. Was beschreibt die Autorin als 'modernen Rassismus'?

A. Offene Gewalt auf der Straße.
B. Das Verbot, Französisch zu sprechen.
C. Subtile Exotisierung und ungefragte Zuschreibungen.
D. Den Mangel an afrikanischen Cafés in Berlin.

5. Welche Rolle spielt Sprache im Roman laut der Autorin?

A. Sie dient nur der Information.
B. Sie ist ein Instrument der Unterdrückung und der Freiheit zugleich.
C. Sprache ist völlig unwichtig für die Identität.
D. Man sollte nur eine Sprache perfekt beherrschen.
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